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Erster Praxistest

Neues MacBook Pro mit PROLED im Test: Das ist besser als erwartet

Das neue MacBook Pro mit PROLED-Display ist gerade erst vorgestellt worden, schon gibt es einen der ersten ausführlichen Praxistests. Der fällt überwiegend positiv aus, allerdings ist ausgerechnet der neue Touchscreen für den Tester nicht die wichtigste Neuerung. Auch beim Preis und der Prozessorwahl gibt es Kritik.

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Apple hat das MacBook Pro mit PROLED XDR Display erst vergangene Woche vorgestellt. Nun liegt einer der ersten ausführlichen Praxistests des überarbeiteten Notebooks vor. Chance Miller von 9to5Mac hat das neue 16-Zoll-Modell mit M5 Pro ausprobiert und schildert seine Erfahrungen mit dem OLED-Bildschirm, der Touch-Bedienung und dem deutlich leichteren Gehäuse. Sein Fazit fällt überwiegend positiv aus – die größte Verbesserung ist für ihn allerdings eine andere als erwartet.

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Quickread: Auf einen Blick
  • Einer der ersten ausführlichen Tests des neuen MacBook Pro mit PROLED liegt vor.
  • Tester Chance Miller lobt vor allem das geringere Gewicht und die OLED-Bildqualität.
  • Der Touchscreen funktioniert gut, bringt im Alltag aber weniger Vorteile als erwartet.
  • Performance und Akkulaufzeit unterscheiden sich kaum von den bisherigen M5-Modellen.
  • Kritik gibt es für den Aufpreis von 400 US-Dollar und die unveränderte Chipgeneration.

Deutlich leichter – und das macht einen Unterschied

Besonders angetan zeigt sich Miller vom geringeren Gewicht. Während das bisherige MacBook Pro mit 16 Zoll rund 2,13 kg auf die Waage brachte, wiegt die neue Generation nur noch etwa 1,81 kg. Das kleinere 14-Zoll-Modell ist ebenfalls leichter geworden und kommt jetzt auf rund 1,36 kg statt zuvor 1,59 kg.

Diese Veränderung sei im Alltag unmittelbar spürbar. Der Tester habe bisher grundsätzlich die kleineren MacBook-Pro-Modelle bevorzugt, weil sie sich besser transportieren lassen. Nach seinen Erfahrungen mit dem neuen 16-Zoll-Gerät überdenke er diese Entscheidung erstmals. Die größere Bildschirmfläche sei nun mit deutlich weniger Einschränkungen bei der Mobilität verbunden.

Möglich wird das unter anderem durch den Wechsel von Mini-LED auf OLED. Da die neue Displaytechnik keine separate Hintergrundbeleuchtung benötigt, konnte Apple die Bildschirmkonstruktion dünner und leichter gestalten. Hinzu kommen weitere Anpassungen am Gehäuse.

Auch optisch gibt es Lob. Die schmaleren Displayränder und die erstmals an allen vier Ecken abgerundete Anzeigefläche lassen das Notebook moderner wirken. Über die Rückkehr des beleuchteten Apple-Logos freut sich Miller ebenfalls, auch wenn er selbst einräumt, dass es keinen praktischen Nutzen hat.

PROLED-Display überzeugt im direkten Vergleich

Noch deutlicher fällt das Lob für den neuen Bildschirm aus. Miller bezeichnet das PROLED XDR Display als eine der größten Verbesserungen gegenüber den bisherigen MacBook-Pro-Modellen.

PROLED XDR erklärt!

PROLED XDR ist Apples Bezeichnung für die neue Displaytechnik des MacBook Pro. Dabei kommen zwei übereinander angeordnete OLED-Schichten zum Einsatz, die eine besonders hohe Helligkeit ermöglichen. Anders als bei Mini-LED leuchtet jeder Bildpunkt selbst. Das verbessert die Darstellung von Schwarz und Kontrasten und verhindert störende Lichthöfe um helle Objekte. Gleichzeitig benötigt das Display keine separate Hintergrundbeleuchtung, wodurch es dünner und leichter gebaut werden kann.

Farbsättigung, Kontrast und Schwarzwerte seien deutlich besser als beim bisherigen Mini-LED-Panel. Auch gegenüber hochwertigen OLED-Notebooks mit Windows sieht der Tester das neue Apple-Display im Vorteil. Hinzu kommen stabilere Farben und Helligkeitswerte bei seitlicher Betrachtung.

Ein weiterer Pluspunkt ist der Wegfall des sogenannten Blooming-Effekts. Bei den bisherigen Mini-LED-Bildschirmen konnten helle Objekte auf dunklem Hintergrund von einem leichten Lichtschein umgeben sein. Mit OLED tritt dieser Effekt nicht mehr auf.

Apple hat außerdem die maximale HDR-Spitzenhelligkeit von 1.600 auf 2.000 Nits erhöht. Im Freien sind bei SDR-Inhalten ebenfalls bis zu 2.000 Nits möglich.

Besonders überrascht zeigt sich Miller von der verbesserten Entspiegelung. Obwohl sein Testgerät über die normale glänzende Bildschirmoberfläche verfügt, seien Reflexionen deutlich weniger störend als bei seinem MacBook Air. An die Entspiegelung seines bisherigen MacBook Pro mit Nanotexturglas komme das neue Display zwar nicht ganz heran, der Unterschied sei jedoch kleiner als erwartet.

Die neue Nanotexturvariante des PROLED-Displays konnte er bislang nicht ausprobieren.

Touchscreen funktioniert gut, verändert aber wenig

Mit dem neuen MacBook Pro unterstützt erstmals ein Apple-Notebook die direkte Bedienung über den Bildschirm. Im Test funktioniert das grundsätzlich überzeugend.

Apple hat macOS an mehreren Stellen angepasst. Kontextmenüs vergrößern beispielsweise automatisch ihre Abstände, sobald sie mit dem Finger bedient werden. Auch das Verschieben von Dateien, das Zoomen mit zwei Fingern und verschiedene Wischgesten funktionieren direkt auf dem Display.

Ganz ohne Eigenheiten kommt die Umsetzung allerdings nicht aus. So müssen die bekannten Bedienelemente zum Schließen, Minimieren und Vergrößern von Fenstern teilweise zweimal angetippt werden. Beim ersten Tippen vergrößern sich lediglich die Schaltflächen, erst die zweite Berührung führt die gewünschte Aktion aus. Das empfindet Miller als etwas umständlich.

Insgesamt sieht er den Touchscreen eher als angenehme Ergänzung denn als grundlegende Veränderung. Beim Scrollen durch Webseiten oder beim Vergrößern von Fotos greife er gelegentlich direkt zum Display. Für die meisten Aufgaben bleibe das Trackpad aber seine bevorzugte Eingabemethode.

Gerade weil Apples Trackpads bereits eine sehr präzise Gestensteuerung ermöglichen, sei der zusätzliche Nutzen des Touchscreens im Alltag begrenzt. Positiv bewertet Miller allerdings, dass Apple die klassische Bedienung von macOS nicht verändert hat. Wer den Bildschirm nicht berühren möchte, muss das auch weiterhin nicht tun.

Bei der Leistung gibt es kaum Unterschiede

Weniger Neuerungen zeigen sich bei der Performance. Das getestete MacBook Pro ist mit einem M5 Pro ausgestattet, der über 18 CPU-Kerne und 20 GPU-Kerne verfügt. Hinzu kommen 48 GB gemeinsamer Arbeitsspeicher.

In Geekbench erreicht das Gerät praktisch dieselben Ergebnisse wie die bereits Anfang des Jahres vorgestellten MacBook-Pro-Modelle mit M5 Pro.

Im Alltag konnte Miller ebenfalls keine wesentlichen Unterschiede feststellen. Selbst mit zahlreichen geöffneten Safari-Tabs, Bildbearbeitung und anderen typischen Aufgaben blieb das Notebook leise und kühl. Die Lüfter seien während seiner Nutzung kein einziges Mal hörbar angesprungen.

Allerdings weist der Tester darauf hin, dass sein Arbeitsalltag den Prozessor nicht annähernd auslastet. Ob das dünnere Gehäuse auch bei dauerhaft hoher Rechenlast ohne Einschränkungen auskommt, lässt sich aus seinen Erfahrungen daher noch nicht abschließend beurteilen.

Kritisch sieht Miller zudem, dass Apple beim umfangreichsten MacBook-Pro-Redesign seit Jahren weiterhin auf die bereits vor einigen Monaten eingeführten M5-Pro- und M5-Max-Chips setzt. Angesichts der Gerüchte über einen größeren Leistungssprung mit der kommenden M7-Generation sei die Prozessorwahl zumindest ungewöhnlich.

Dynamic Island und Lautsprecher gefallen

Neben Display und Gehäuse hebt der Test weitere Änderungen hervor. Dazu gehört die Dynamic Island, die Apple erstmals auf das MacBook Pro bringt.

Ähnlich wie beim iPhone können dort laufende Aktivitäten und Mediensteuerungen eingeblendet werden. Auch Live-Aktivitäten eines verbundenen iPhones erscheinen in der Dynamic Island. Miller zählt die Umsetzung zu seinen bevorzugten Neuerungen.

Lob gibt es außerdem für das überarbeitete Lautsprechersystem. Apple verspricht unter anderem eine verbesserte Basswiedergabe. Im Test fällt vor allem auf, dass die Lautsprecher bei geschlossenem Notebook und angeschlossenem externen Monitor deutlich lauter und weniger gedämpft klingen.

Bei der Akkulaufzeit gibt es dagegen keine großen Veränderungen. Apple nennt für das getestete 16-Zoll-Modell mit M5 Pro bis zu 17 Stunden drahtloses Surfen. Einen standardisierten Akkutest hat Miller noch nicht durchgeführt. Seine bisherigen Erfahrungen deuten jedoch darauf hin, dass das Gerät diesen Wert erreichen könnte.

Der Preis bleibt ein Kritikpunkt

Trotz der zahlreichen Verbesserungen sieht Miller auch die Positionierung des neuen MacBook Pro kritisch. Apple verlangt für die PROLED-Varianten in den USA einen Aufpreis von 400 US-Dollar gegenüber den weiterhin angebotenen Mini-LED-Modellen mit vergleichbarer Prozessorleistung. Hierzulande sind es 400 Euro mehr beim 14-Zoll-Modell und etwas mehr beim 16-Zoll-Modell.

Käufer bezahlen damit vor allem für den moderneren Bildschirm, das leichtere Gehäuse, den Touchscreen und die weiteren Designänderungen. Einen entsprechenden Leistungssprung bei CPU oder GPU gibt es dagegen nicht.

Die parallele Vermarktung beider Modellreihen macht das MacBook-Pro-Angebot aus Sicht des Testers zudem etwas unübersichtlich.

Sein Gesamturteil fällt dennoch sehr positiv aus. Apple habe das bestehende MacBook Pro an zahlreichen Stellen sinnvoll verbessert, ohne die Stärken der bisherigen Generation aufzugeben.

Die wichtigste Erkenntnis aus dem frühen Test ist dabei bemerkenswert: Nicht der erstmals integrierte Touchscreen macht für Miller den größten Unterschied, sondern das deutlich geringere Gewicht. Zusammen mit dem neuen OLED-Bildschirm wertet es das MacBook Pro im täglichen Einsatz spürbar auf.

Unsere Einschätzung

Stefan Keller
Der erste ausführliche Praxistest zeichnet ein überzeugendes Bild des neuen MacBook Pro. Besonders interessant ist, dass der Touchscreen offenbar nicht die zentrale Verbesserung darstellt. Ein leichteres Gehäuse und ein besseres Display bringen im Alltag möglicherweise deutlich mehr als eine zusätzliche Eingabemöglichkeit. Der Aufpreis von 400 Euro ist allerdings nicht unerheblich, zumal Käufer keine höhere Prozessorleistung erhalten. Offen sind außerdem die langfristige Haltbarkeit des OLED-Panels und das Verhalten unter dauerhafter hoher Last. Für Besitzer eines aktuellen M5-Modells dürfte ein Wechsel deshalb vor allem dann interessant sein, wenn Bildschirmqualität und Mobilität besonders wichtig sind.

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